Burnout / Stressmanagement

Burnout bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

„Burnout“ ist keine offizielle Diagnose, sondern die Umschreibung eines Überlastungszustandes, welcher unter anderem in Ängste und Depressivität münden kann. Mittlerweile geht man davon aus, dass Kinder und Jugendliche öfter als Erwachsene vom Burnout-Syndrom betroffen sein können. Schätzungen beziffern die Zahl der Heranwachsenden, die bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres ein „Burnout“ erleben, auf fast 15 Prozent ihrer Altersgruppe.
Laut einer aktuellen Studie leidet jeder dritte Deutsche an Dauerstress, 80% finden ihr Leben allgemein stressig und jeder Fünfte leidet bereits unter gesundheitlichen Stressfolgen.

Vom Schüler über die berufstätige Mutter bis zum Angestellten oder Unternehmer - viele Menschen fühlen sich von den Anforderungen des "modernen Lebens" unter Druck gesetzt. Unablässig sollen wir schnell Entscheidungen treffen und dabei möglichst keine Fehler machen. Schleichend macht sich Unzufriedenheit, Nervosität, Unruhe oder auch emotionale und körperliche Erschöpfung breit. Durch chronischen Stress fällt das Abschalten und Entspannen zunehmend schwer, soziale Kontakte werden weniger.

Burnout trifft oft sehr motivierte, engagierte Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen und sich für ihre Mitmenschen einsetzen.

Häufige Gründe für den Burnout bei Jugendlichen sind vor allem der gestiegene Leistungsdruck in den Schulen, der in den Gymnasien bei den Schülern zu großem schulischen Stress führt. Dieser kann allerdings auch durch eigene übersteigerte Erwartungshaltungen an Leistungsfähigkeit und Schulnoten verursacht sein.

Bei manchen der vom Burnout betroffenen Jugendlichen liegen noch andere schwer belastende Faktoren in der Schule vor: Stichwort Mobbing. Ständige Schikanen durch Mitschüler – oder auch gefühlte Ungerechtigkeit durch Lehrer – führen zu einer permanenten Stress- und Angstsituation sowie dauerhaften seelischen und körperlichen Anspannung. Dies ist der perfekte Nährboden für ein Burnout bei Kindern und Jugendlichen.

Leider gibt es immer wieder sehr offenkundig Signale, die auf einen seelischen Spannungszustand bei Jugendlichen hinweisen können. Das können zum Beispiel selbstzerstörerische Tendenzen wie Ritzen sein. Daneben gibt es auch eindeutige Depressionserscheinungen als Symptome eines „Burnout“: Die Jugendlichen wollen nicht mehr zur Schule gehen, sie ziehen sich zu Hause sehr zurück, meiden den Kontakt zu Gleichaltrigen und wirken resigniert und wenig belastbar. Oft treten diese Symptomatiken zusammen mit einem rapiden Leistungsabfall in der Schule auf.

Viele Menschen, gerade auch die erfolgreichen, warten oft zu lange, bis sie Hilfe in Anspruch nehmen. Es wird so lange verdrängt, bis es zum "Zusammenbruch" kommt. Häufig ertragen Menschen den Stress, weil sie der Meinung sind, dass dieser von außen gemacht und somit nicht veränderbar ist. Tatsächlich geht nur 10% des "Gestresstseins" auf das Konto der belastenden Situationen, der Rest von 90% ist darauf zurückzuführen, wie diese Situationen bewertet und wahrgenommen werden. Dies bedeutet, dass man es selber in der Hand hat, gestresst oder gelassen durch das Leben zu gehen.