ADHS / ADS

Die Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die drei typischen Anzeichen einer ADHS sind Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität.

Je nach Ausprägung der Symptomatik werden drei klinische Ausprägungen unterschieden: der vorwiegend hyperaktiv-impulsive, der vorwiegend unaufmerksame (auch als ADS bezeichnet) und der gemischte Typ.

Symptome der ADHS müssen bereits vor dem siebten Lebensjahr aufgetreten sein, um die Erkrankung diagnostizieren zu können. Bei bis zu zwei Dritteln der Betroffenen bestehen Symptome auch noch im Erwachsenenalter fort.

Gemäß einer repräsentativen Schätzung des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland 4,8 Prozent der 3- bis 17-Jährigen von einer ADHS betroffen. Zusätzlich zu den diagnostizierten Fällen besteht bei 4,9 Prozent der 3- bis 17-Jährigen der Verdacht auf eine ADHS. Jungen sind etwa viermal häufiger betroffen als Mädchen.

Die Ursachen der ADHS sind nicht endgültig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenwirken von genetischen und neurobiologischen Faktoren. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Umwelteinflüsse einen Einfluss auf die Entstehung einer ADHS haben können. Psychosoziale Faktoren können den Ausprägungsgrad und den Verlauf der Störung beeinflussen.

Von der Verhaltensstörung betroffene Kinder und auch ihre Angehörigen stehen häufig unter Druck. Probleme in der Schule sind nicht selten aber auch weitere psychische Störungen können auftreten. Da die Selbstregulation und Impulskontrolle in bestimmten Situationen versagt, treten auch vermehrt Konflikte mit Lehrern, Gleichaltrigen und Eltern auf. Verstärkt werden diese durch ungünstige Bedingungen innerhalb der Familie oder in der Schule.
Eine weitere unangenehme Folgeerscheinung ist die mangelnde Fähigkeit, auf einen angebrachten Belohnungs- und Bedürfnisaufschub einzugehen. Wenn eine längere Aufmerksamkeit erforderlich ist, fehlt beispielsweise die eigene Motivationsfähigkeit.